Jugendfahrt zum Sektionstreffen nach Jena (11.-13.01.2019)

14. Januar 2019, Florian

Dieses Wochenende ging es nach Jena, zum Treffen mit unseren befreundeten Jugendgruppen aus Jena und Dresden. Nachdem wir aufgrund der Fehlorientierung unseres Jugendleiters am Gleis erstmal in die falsche Richtung gelaufen sind, haben wir dann doch noch den richtigen Wagen erwischt und sind pünktlich um 1537 Uhr mit dem ICE am Berliner Hauptbahnhof gestartet. Kurz darauf ist Maggie am Südkreuz zu uns gestoßen. Von da an ging es im Set-Spiel-Modus bis Halle, wo wir nach kurzem Zwischenstopp in den Regionalexpress umstiegen. Leider kamen wir auf dem folgenden Streckenabschnitt nicht sehr weit. Nach dem ersten Halt am Bahnhof fuhr der Zug nicht mehr weiter, weil sich die automatische Türverschließung abgestellt hatte.
Unbesorgt spielten wir erstmal noch eine Runde Durak, bis plötzlich ein schnaufender Zugbegleiter in unser Abteil trat: „Dieser Zug fährt nicht mehr weiter. Bitte alle aussteigen!“ Na toll. Waren wir nun hier gestrandet? Irgendwo im tiefsten Sachsen-Anhalt? Nein! Zum Glück kam eine viertel Stunde später ein anderer Zug in dem wir mitfahren durften. Erleichtert ging es weiter, im Durak-Spiel-Modus mit Kurs auf Jena! Am Saalbahnhof stiegen wir aus und – welch‘ eine Freunde – fanden uns auf einem weißen Teppich aus Schnee. Wir machten uns auf den Weg Richtung Kletterhalle und konnten es uns nicht verkneifen ein paar Kugeln durch die Luft pfeifen zu lassen 😉
Ein kleines bisschen durchnässt erreichten wir schließlich die DAV-Halle. Dort wurden wir von einem großen aus Klettergriffen gelegtem HALLO, einer warmen Fußbodenheizung und natürlich unseren Freunden aus Jena willkommen geheißen.

Eine knappe Stunde später traf auch die Dresdner Sektion ein. Doch leider bekamen wir Philipp nur kurz zu Gesicht, weil er nach einer Nieren-OP noch nicht fit genug für die geplanten Aktivitäten war 🙁 Stattdessen übernahmen Marion und Berni das Kommando über die Dresdner „Wilden Affen“. Aufgrund der vielen neuen Gesichter entschieden wir uns noch vor dem Abendessen für ein schnelles Namensspiel: Jeder sollte dafür seinen Namen und sein (mehr oder weniger) Lieblingsessen mit gleichem Anfangsbuchstaben nennen. Diese mussten wir anschließend richtig aufrufen um uns gegenseitig Bälle und andere Gegenstände zu zuwerfen. Nach noch zwei weiteren Namens- und einem Altersspiel gab es dann endlich Abendessen.
Hanna stürzte sich mutig mit einem Taschenmesser bewaffnet auf eine große Ladung Zwiebeln. Diese brutzelten kurz darauf in einem großen Topf. Ein Weiterer gefüllt mit dampfenden Nudeln, einige Packungen Tomatensauce und Reibekäse und bald hatten wir ein leckeres Mahl für alle zubereitet. Nach dem Essen war es dann fast schon Schlafenszeit. Ein paar verbrachten noch ein Weilchen mit Werwolf-Spielen. Wir anderen machten es uns auf den dicken Bouldermatten bequem und waren bald darauf unter dem Geheul der Wölfe und huderten von Klettergriffen ins Land der Träume versunken.

Der nächste Morgen startete mit einem Guten-Morgenlauf von Berni und einer Handvoll Kindern zum Brötchenholen. Der Rest von uns rollte sich etwas gemächlicher aus den Schlafsäcken. Es wurde Tee gekocht und als die Brötchenläufer zurückgekehrt waren, gab es ein großes Frühstück mit allerlei Leckereien. Anschließend machten wir das Spiel „3 gewinnt“, mit vier Teams und zwei aus Kletterschlingen gelegten Tic-Tac-Toe-Feldern. Nun mussten die Teams „Kletterschuh“, „Mütze“, „Chalkbag“ und „Klettergurthülle“ ihre jeweiligen Gegenstände so schnell wie möglich in die Felder legen, bevor es das gegnerische Team schaffte. Bewegen durfte man sich 1. zu Fuß, 2. hüpfend, 3. rückwärts in Vierfüßlergang und 4. als Schubkarre um von der Startlinie aus die Felder zu erreichen. Team „Kletterschuh“ und Team „Chalkbag“ lieferten sich einen erbitterten Zweikampf!

Nach dieser ausgiebigen Erwärmung hatten wie nun ein paar Stunden Zeit die unbekannte Halle kletternd auszutesten. Zwischendurch gesellten sich noch Hannas Bruder Basti und Merlin zu uns und schließlich traf auch Meggies Schwester Louise ein, die aus Berlin nachgereist war. Wir aßen zusammen Mittag. Dann war es Zeit für einen Ausflug ins Freie. Gemeinsam liefen wir bis zum Saaleufer, wo wir einen großen Kreis bildeten um das allseits beliebte Maschinenspiel zu spielen. Dabei lernten wir von den Jenaern und Dresdnern ein paar tolle neue Figuren wie den Leuchtturm oder die vertikal rotierende Waschmaschine. Nach dem Spiel trennten wir uns in zwei Gruppen. Die Eine, mit Lena, Marion und Berni begaben sich zurück zur Kletterhalle. Die Andere, unter der Leitung von Kristin, Benjamin und mir machte sich, mit Stirnlampen ausgerüstet auf zur Besteigung des Jenzig. Je höher wir den Berg erklommen, desto mehr Lichter der Stadt tauchten um uns herum auf. Außerdem gab es deutlich mehr Schnee als unten im Tal, sodass wir uns ein paar kleineren Schneeballschlachten auf dem Weg nach oben stellen mussten. Auf dem Gipfel hatten wir einen tollen Ausblick auf das hell erleuchtete Jena. Wir machten noch eine kleine Trink- und Kekspause, bevor es rutschend und schlitternd zurück ins Tal ging. Schneller als gedacht waren wir zurück bei den anderen in der Kletterhalle. Wir bereiteten das Essen vor – heute gab es Chili sin Carne. Hmm.. Lecker! Dann packten Alina und Vero ihr mitgebrachtes Twister aus. Auch ich versuchte mich über den Farbpunkten im Gleichgewicht zu halten, hatte aber gegen die zwei Profis keine Chance! Immerhin hielt ich diesmal etwas länger durch, beim anschließenden Abendprogramm und gesellte mich zu ein paar Runden Werwolf zu den Wilden Affen. Statt mich zu fressen wurde Berni jedoch vom Liebespfeil des Armor getroffen, verliebte sich „Auf Immer“ in mich und die Dorfbewohner gewannen das Spiel.

Der Sonntagmorgen startete wieder mit einem Guten-Morgen-Brötchenlauf. Beim anschließenden Frühstück wurde leider das Müsli sehr schnell knapp, sodass wir rasch zu Nuss-Nougat-Creme, Marmelade, Käse, Honig und Pesto übergingen. Nach dem Frühstück spielten wir ein paar Runden Bewegungs-Memory. Dann war es wieder an der Zeit zum Klettern oder wer wollte konnte bei Lena und mir das Abseilen üben. Dazu sicherten wir die Kinder im Nachstieg, über eine lange Leiter im Inneren der Kletterwand nach oben auf den Dachboden. Von dort ging es dann am Seil, mit Prusik und Acht durch eine Lucke hinab und zurück in die Kletterhalle.
Die Zeit verging wie im Flug. Kaum hatten sich alle abgeseilt, war es auch schon Zeit fürs Packen. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen und Fairteilen der übriggebliebenen Delikatessen, machten wir ein Gruppenfoto vor der Halle. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von Kristin, Lena und den übrigen Jenaer Kletterfreunden. Dann liefen wir zusammen mit den Dresdnern zum Bahnhof. Die kleine Ronja musste das letzte Stück von Berni getragen werden, um rechtzeitig zum Zug zu kommen. Dort trafen wir wieder auf Philipp der ein erholsames Wochenende bei seiner Jenenser Familie verbracht hatte. Zufällig hatten die Dresdner und wir denselben Zug nach Leipzig, für die erste Hälfte der Rückfahrt ausgewählt. So konnten wir die Zeit noch für eine gemeinsame Reflexionsrunde nutzen.
Alle waren sichtlich zufrieden mit dem Wochenende, vereinzelte Wünsche nach längerem Aufbleibens oder mehr Frühstücksmüslis wurden gewissenhaft von Berni protokoliert. In Leipzig hatten die Dresdner nur wenig Umsteigezeit und wir mussten uns im Affenzahn voneinander verabschieden.
Am Gleis 11 spielten Alina, Maggie, Vero und Hanna noch eine Runde Durak im Stehen. Dann fuhr auch schon unser Zug nach Berlin ein. Aus dem Orientierungsproblem der Hinfahrt gelernt, hatte ich diesmal mit Unterstützung der Gruppe die Wagenreihung richtig erkannt und unsere Plätze beim ersten Anlauf gefunden. Mit Keksen, Käse und tropischen Fruchtgummis ging es zurück nach Hause.

Fotos: Florian und Vater von Philipp